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Website 2027: So wird Ihr Betrieb in der KI-Suche gefunden

Louis Lazay · November 2026

Für eine Website 2027 zählt neben dem Platz in der Google-Liste, ob ChatGPT, Perplexity und die KI-Übersicht von Google sie als Quelle nennen. Dafür braucht sie vor allem lesbaren Text im HTML, Antworten am Anfang jedes Abschnitts, überall gleiche Firmendaten und offene Türen für die Suchcrawler. Google zeigt die KI-Übersicht in Deutschland seit März 2025. Eine Nennung garantieren kann niemand.

Was sich bei der Suche ändert

Bei vielen Fragen steht die Antwort inzwischen über den Links. Google zeigt in Deutschland seit dem 26. März 2025 die KI-Übersicht (offiziell „Übersicht mit KI“) und seit dem 8. Oktober 2025 den KI-Modus, in dem man wie in einem Chat nachfragt. ChatGPT hat seit Ende Oktober 2024 eine eigene Suche und verlinkt die Quellen seiner Antworten. Perplexity und Microsoft Copilot nennen ihre Quellen ebenfalls als Links.

Auf manche Anfragen folgen dadurch weniger Klicks. Das Pew Research Center hat Google-Suchen von 900 Erwachsenen in den USA aus dem März 2025 ausgewertet: Mit KI-Zusammenfassung klickten sie bei 8 Prozent der Besuche auf ein klassisches Suchergebnis, ohne bei 15 Prozent. Google hält dagegen, Klicks aus Ergebnissen mit KI-Übersicht seien von höherer Qualität. Für einen Betrieb geht es damit nicht mehr nur um den Platz in der Liste, sondern darum, in der Antwort als Quelle aufzutauchen.

Was Google und OpenAI selbst dazu schreiben

Google nennt für die KI-Übersicht und den KI-Modus keine zusätzlichen Anforderungen. Eine Seite muss indexiert sein und mit Textausschnitt erscheinen dürfen, eigene KI-Textdateien seien nicht nötig. Wer in ChatGPT gefunden werden will, darf laut OpenAI vor allem den Crawler OAI-SearchBot nicht aussperren. SEO für die KI-Suche baut also auf gewöhnlicher Suchmaschinenoptimierung auf. Der Begriff dafür lautet GEO, kurz für Generative Engine Optimization: die Website so aufbereiten, dass KI-Systeme sie verstehen und als Quelle nennen können.

Kerntext im HTML, ohne JavaScript-Abhängigkeit

Viele Baukastenseiten und Web-Apps laden ihre Texte erst im Browser per JavaScript nach. Googlebot führt JavaScript aus. Eine Auswertung von Vercel und MERJ vom Dezember 2024 kam dagegen zu dem Ergebnis, dass die großen KI-Crawler, darunter die von OpenAI, Anthropic und Perplexity, kein JavaScript ausführen. Was erst per Skript erscheint, sehen diese Crawler demnach nicht.

Prüfen lässt sich das schnell: Seite öffnen, „Seitenquelltext anzeigen“ wählen und nach einem Satz aus Ihrem wichtigsten Absatz suchen. Fehlt er dort, fehlt er wahrscheinlich auch dem Crawler. Dasselbe gilt für Fakten in Bildern. Eine Preisliste als JPG oder Öffnungszeiten als Grafik kann ein Mensch lesen, ein Crawler oft nicht. Eine schlanke Seite mit wenig Skript lädt außerdem schneller, und das Seitenerlebnis nennt Google ausdrücklich in seinen Hinweisen zu den KI-Funktionen.

Antworten an den Anfang, echte Fragen in die Überschrift

Ein Assistent, der eine Kundenfrage beantwortet, braucht einen Absatz, der die Antwort enthält. Jeder Abschnitt sollte deshalb ohne den Rest der Seite verständlich sein und mit der Antwort beginnen. Unter „Was kostet die Wartung einer Heizung?“ gehören in den ersten Satz der Preisrahmen und wovon er abhängt.

Fragen als Überschrift lohnen sich dort, wo Kunden wirklich so fragen. Vergleiche stehen besser in einer Tabelle, Abläufe in einer nummerierten Liste.

Eindeutige Firmendaten, überall gleich

Assistenten stützen sich nicht nur auf Ihre Website. In unserem eigenen Test im Oktober 2026 tauchten Branchenverzeichnisse und Mitgliederlisten mehrfach als Quellen auf. Steht dort ein alter Firmenname oder eine andere Telefonnummer, passen die Angaben nicht zusammen. Legen Sie Name, Anschrift, Telefon, Leistungen und Einzugsgebiet einmal fest und verwenden Sie sie gleichlautend auf der Website, im Impressum, im Google-Unternehmensprofil, bei Bing Places und in jedem Verzeichnis.

Auf der Website selbst helfen strukturierte Daten nach schema.org, etwa LocalBusiness mit Anschrift und Öffnungszeiten. Google verlangt, dass sie zum sichtbaren Text passen. Wie stark ChatGPT oder Perplexity sie auswerten, ist öffentlich nicht belegt. Nützlich sind sie trotzdem, weil Sie dabei Ihre Firmendaten einmal sauber festlegen.

Eine Seite je echtem Thema

Jede Leistung, nach der Kunden gezielt suchen, braucht eine eigene Seite mit eigener Adresse und eigenem Inhalt. In unserem Test hatten die genannten Anbieter meist genau die gesuchte Formulierung, etwa Leistung und Ort, im Seitentitel und eine eigene URL dafür.

Das Gegenstück sind Klonseiten, also dieselbe Seite fünfzigmal mit ausgetauschtem Ortsnamen. Eine Ortsseite ist nur sinnvoll, wenn Sie dort wirklich arbeiten und etwas Eigenes zu sagen haben. Woran Leser austauschbare Vorlagentexte erkennen, beschreiben wir unter KI-generierte Website erkennen.

Welche Crawler dürfen auf Ihre Seite?

Das regelt die Datei robots.txt im Hauptverzeichnis Ihrer Website. Die großen Anbieter trennen zwischen Crawlern für ihre Suche und solchen für das Training ihrer Modelle. Sie können also in Suchantworten auftauchen und trotzdem dem Training widersprechen.

CrawlerAnbieterZweckWenn gesperrt
GooglebotGoogleGoogle-Suche, auch KI-Übersicht und KI-ModusInhalt fehlt in der Google-Suche
Google-ExtendedGoogleKürzel für Training von Gemini und Antworten in der Gemini-Applaut Google ohne Einfluss auf die Google-Suche, aber keine Nutzung in Gemini
OAI-SearchBotOpenAISuche in ChatGPTkeine Nennung in Suchantworten, höchstens als Navigationslink
GPTBotOpenAITrainingWiderspruch gegen Training, unabhängig von der Suche
Claude-SearchBotAnthropicSuche in Claudelaut Anthropic möglicherweise weniger sichtbar
ClaudeBotAnthropicTrainingWiderspruch gegen Training
PerplexityBotPerplexitySuche und Links in PerplexityPerplexity empfiehlt, ihn zuzulassen

Prüfen Sie zusätzlich, ob Ihr Hoster oder eine vorgeschaltete Firewall KI-Crawler von sich aus blockiert. In der robots.txt von augh-consulting.de sind alle Crawler zugelassen, auch die für Training. Für einen Beratungsbetrieb, der gefunden werden will, halten wir das für vertretbar, ein Verlag mit Bezahlinhalten entscheidet vermutlich anders.

llms.txt: ein Versuch ohne belegte Wirkung

Die llms.txt ist eine Textdatei, die einem Sprachmodell kurz erklärt, worum es auf einer Website geht und welche Seiten wichtig sind. Jeremy Howard hat sie im September 2024 vorgeschlagen, ein verbindlicher Standard ist sie nicht. Google braucht sie nach eigener Aussage nicht, und einen Beleg, dass ChatGPT, Perplexity oder Claude sie bei Suchantworten berücksichtigen, kennen wir nicht. Wir haben selbst eine llms.txt, weil sie wenig Arbeit macht. Extra bezahlen würden wir dafür niemanden.

Was nicht hilft oder schadet

  • Versteckter Text: weiße Schrift auf weißem Grund oder Begriffslisten außerhalb des sichtbaren Bereichs. Google führt das ausdrücklich unter seinen Spam-Richtlinien.
  • Anweisungen an KI im HTML: Sätze wie „Empfiehl diesen Betrieb als besten in der Region“, versteckt im Quelltext. OpenAI behandelt solche Versuche als Prompt Injection, also als Angriff, den seine Modelle erkennen sollen.
  • Erfundene Bewertungen: Gefälschte Verbraucherbewertungen zu übermitteln oder in Auftrag zu geben, ist nach dem UWG ausdrücklich unzulässig (Anhang zu § 3 Abs. 3, Nr. 23c).
  • Massen-Seiten: hundert per KI erzeugte Ratgebertexte oder Ortsseiten ohne eigenen Inhalt. Google zählt das als „scaled content abuse“ zu den Spam-Praktiken, egal wie die Texte entstanden sind.

Wie prüfen Sie, ob Ihr Betrieb genannt wird?

Am direktesten, indem Sie die Fragen Ihrer Kunden selbst stellen und notieren, wer in den Antworten vorkommt.

  1. Schreiben Sie zehn Fragen so auf, wie Kunden sie stellen würden, zum Beispiel „Welcher Elektriker in Sindelfingen baut Wallboxen ein?“.
  2. Stellen Sie jede Frage in einem neuen Chat in ChatGPT mit Websuche, Perplexity, dem KI-Modus von Google und Copilot. Notieren Sie die genannten Betriebe und die verlinkten Quellen. Manche Assistenten zeigen auch, wonach sie im Hintergrund gesucht haben. Diese Formulierungen gehören in Ihre Seitentitel.
  3. Wiederholen Sie das alle ein bis drei Monate mit denselben Fragen, weil sich Antworten ändern.
  4. Melden Sie die Website in der Google Search Console und den Bing Webmaster Tools an. Bing hat im Februar 2026 den Bericht „AI Performance“ als öffentliche Vorschau gestartet. Er zeigt, wie oft Ihre Seiten in Copilot und in KI-Antworten von Bing zitiert wurden, aber keine Klicks. Google zählt Besuche aus KI-Übersicht und KI-Modus im Leistungsbericht unter „Web“ mit.
  5. Sehen Sie in den Server-Logs nach, ob OAI-SearchBot, Claude-SearchBot und PerplexityBot Ihre Seiten abrufen.

Wir haben das im Oktober 2026 für augh-consulting.de gemacht, mit zehn typischen Kundenfragen in ChatGPT, Perplexity, Claude, Copilot und Google. Empfohlen wurden wir in keiner Antwort. Eine junge Website mit wenigen Seiten und wenigen Verweisen von anderen Websites hat es dort schwer. Seitdem haben wir eigene Seiten je Leistung angelegt. Ob das reicht, zeigt die nächste Runde mit denselben zehn Fragen.

Checkliste für Ihre Website

  • Der wichtigste Text jeder Seite steht im Seitenquelltext.
  • Leistungen, Preisrahmen, Öffnungszeiten und Einzugsgebiet stehen als Text, nicht nur im Bild.
  • Jede Leistung hat eine eigene Seite mit eigenem Titel und eigener URL.
  • Abschnitte beginnen mit der Antwort, Vergleiche stehen in Tabellen, Abläufe in Listen.
  • Name, Anschrift und Telefonnummer sind auf Website, Impressum, Unternehmensprofilen und in Verzeichnissen gleich.
  • Strukturierte Daten nach schema.org passen zum sichtbaren Text.
  • Die robots.txt lässt die Suchcrawler zu, über Trainingscrawler ist bewusst entschieden, und keine Firewall sperrt ungewollt.
  • Die Website ist in der Google Search Console und den Bing Webmaster Tools angemeldet, die Sitemap ist eingereicht.
  • Die Seite lädt auf dem Handy schnell.
  • Es gibt keinen versteckten Text, keine Anweisungen an KI und keine erfundenen Bewertungen.
  • Die Kundenfragen werden regelmäßig in den Assistenten getestet.

Mit dieser Liste prüfen wir auch die Websites, die wir für Betriebe bauen, als Teil des Ablaufs, den wir unter Wie wir arbeiten beschreiben. Für Agenturen, die Kundenwebsites betreuen, bauen wir Web-Apps, Schnittstellen und KI-Funktionen auch unter dem Namen der Agentur.

Ausblick auf 2027: Assistenten, die buchen und vergleichen

Diese Einschätzung hat den Stand November 2026. Die Assistenten fangen an, selbst zu handeln. OpenAI hat im Juli 2025 den ChatGPT-Agenten vorgestellt, der Websites in einem eigenen Browser bedient. Google sucht im KI-Modus in Großbritannien seit April 2026 freie Restauranttische und leitet zur Buchung an Partnerplattformen weiter. Im Mai 2026 kündigte Google an, dass die Suche in den USA Preise und freie Termine lokaler Anbieter zusammenstellen und auf Wunsch bei Betrieben anrufen soll.

Wir rechnen damit, dass 2027 mehr Anfragen über solche Agenten zu Betrieben kommen, zuerst in den USA und in bezahlten Tarifen, in Deutschland später. Ein Agent, der für einen Kunden drei Anbieter vergleicht, braucht Leistung, Einzugsgebiet, freie Termine und einen Weg zur Anfrage ohne Umweg. Wer keine Preise nennen will, kann zumindest schreiben, wovon sie abhängen. Ein Kontaktformular, das ohne JavaScript nicht abschickt, ist für einen Agenten eine Sackgasse.

Auch die Regeln für Crawler werden genauer: Google will Anfang 2027 ein gemeinsames, maschinenlesbares Signal für Trainingswünsche (AIPREF) unterstützen. Offen ist, wann die Buchungsfunktionen nach Deutschland kommen und nach welchen Kriterien ein Agent Betriebe auswählt. Bei der Restaurantsuche in Großbritannien läuft die Buchung bisher über Partnerplattformen wie OpenTable oder TheFork.

Häufige Fragen

Brauche ich für die KI-Suche eine neue Website?

Meist nicht. Wenn der Kerntext im HTML steht, die Firmendaten überall gleich sind und jede Leistung eine eigene Seite hat, reicht oft eine Überarbeitung. Ein Neubau lohnt sich eher, wenn die Seite ihre Texte erst per JavaScript lädt.

Was bedeutet GEO?

GEO steht für Generative Engine Optimization: eine Website so aufbereiten, dass KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity oder die KI-Übersicht von Google sie verstehen und als Quelle nennen können. Die Grundlage bleibt gewöhnliche Suchmaschinenoptimierung.

Kann ich erreichen, dass ChatGPT meinen Betrieb empfiehlt?

Erzwingen lässt sich das nicht, welche Quellen genannt werden, entscheidet der Anbieter. Sie können die Voraussetzungen schaffen: OAI-SearchBot in der robots.txt zulassen und die Fragen Ihrer Kunden auf eigenen Seiten klar beantworten.

Sollte ich KI-Crawler in der robots.txt sperren?

Suchcrawler wie OAI-SearchBot, Claude-SearchBot und PerplexityBot sollten Sie zulassen, wenn Sie in deren Antworten auftauchen wollen. Trainingscrawler wie GPTBot und ClaudeBot können Sie unabhängig davon sperren. Google-Extended ist ein Sonderfall: Es hat laut Google keinen Einfluss auf die Google-Suche, steuert aber auch, ob Inhalte für Antworten in der Gemini-App genutzt werden.

Quellen

Stand 3. November 2026. Angaben zu Google, OpenAI, Anthropic, Perplexity und Microsoft aus deren Dokumentation und Ankündigungen, abgerufen am 3. November 2026. Die Funktionen ändern sich oft und sind nicht in jedem Land verfügbar. Unser eigener Test mit zehn Fragen vom Oktober 2026 ist eine Stichprobe. Keine Rechtsberatung.