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KI-generierte Website erkennen: Merkmale des KI-Looks und wie Sie ihn vermeiden

Louis Lazay · November 2026

Eine KI-generierte Website erkennen Sie oft an Mustern, die auf vielen Seiten gleich aussehen: Farbverläufe und Glaseffekte, ein Kopfbereich aus kleinem Etikett, großer Überschrift und zwei Buttons, Raster aus gleichen Kacheln und Texte voller Gedankenstriche und Floskeln. Wer als Betrieb oder Agentur eine Website beauftragt, kann diese Muster selbst prüfen und im Auftrag ausschließen.

Was bedeutet „AI Slop“ bei einer Website?

„AI Slop“ ist ein englischer Ausdruck für Inhalte, die nach schnell erzeugter Massenware aussehen. Bei Websites sind Seiten gemeint, deren Aufbau und Sätze zu fast jedem Unternehmen passen würden. Viele dieser Muster gab es schon vorher in Vorlagen. KI-Werkzeuge setzen bevorzugt zusammen, was im Netz häufig vorkommt, und so landen dieselben Bausteine auf vielen Seiten. Besucher erfahren dann wenig über den Betrieb dahinter.

Lässt sich sicher erkennen, ob eine KI die Website gebaut hat?

Nein. Kein einzelnes Merkmal beweist, dass eine KI beteiligt war. Farbverläufe oder Gedankenstriche finden sich auch auf Seiten, die Menschen von Hand gebaut haben, und wer eine KI gut anleitet, kann sie vermeiden. Die Merkmale unten zeigen deshalb, wo eine Seite generisch wirkt, egal wie sie entstanden ist. Treffen mehrere davon zusammen, lohnt sich ein genauerer Blick.

Woran erkennt man den KI-Look in der Gestaltung?

An Effekten, die nichts erklären, und an einem Aufbau, der sich in jedem Abschnitt wiederholt. Achten Sie auf diese Muster:

  • Verläufe: Farbverläufe auf Flächen und Buttons, manchmal sogar in Überschriften.
  • Glas und Leuchten: halb durchsichtige Flächen mit verschwommenem Hintergrund, farbige Schatten, leuchtende Ränder, Neon.
  • Pulsierende Punkte: ein kleiner Punkt neben einem Etikett, der blinkt, als liefe gerade etwas live.
  • Der Standard-Kopfbereich: oben ein kleines Etikett mit Punkt, darunter eine große Überschrift und zwei Buttons nebeneinander. Oft folgt eine Leiste mit Kennzahlen.
  • Etiketten über jedem Abschnitt: kleine Wörter in Großbuchstaben über jeder Überschrift, die wiederholen, was darunter steht.
  • Raster aus gleichen Kacheln: drei gleich große Karten mit Symbol und kurzem Text, darunter die nächsten drei, dazu Nummern wie 01 und 02, obwohl es keine Reihenfolge gibt.
  • Bewegung als Teppich: Jeder Abschnitt gleitet beim Scrollen herein, und oft fühlt sich das Scrollen selbst gedämpft an.
  • Bilder ohne Bezug: Stockfotos von Händeschütteln und Laptops oder KI-Bilder, die das eigene Produkt zeigen sollen.
  • Bedienelemente ohne Funktion: Schalter oder Ampelpunkte, die nach Bedienung aussehen und nichts tun.

Woran erkennt man KI-Texte auf einer Website?

Am Rhythmus und an Sätzen, die zu jeder Firma passen würden. Typisch sind diese Muster:

  • Gedankenstriche als Satzkitt: der lange Strich zwischen zwei Satzteilen, oft mehrmals pro Absatz. Meist passt an dieser Stelle ein Komma oder ein Doppelpunkt.
  • Dreierketten: drei Eigenschaften hintereinander, gern mit gleichem Klang wie in einem Werbeslogan.
  • Feste Formeln: die Pointe „X. Aber Y.“, der Kontrast „X ist kein A. Es ist B.“ und ein Schlusssatz, der wie eine Lebensweisheit klingt. Dazu Folgen sehr kurzer Sätze, die Spannung erzeugen sollen.
  • Floskeln: Wörter wie „nahtlos“, „ganzheitlich“, „maßgeschneidert“, „innovativ“ und „zukunftsweisend“, Wendungen wie „Mehrwert bieten“, „auf ein neues Level“ oder „In der heutigen digitalen Welt“.
  • Überschriften als Lockmittel: Halbsätze, die neugierig machen sollen, statt den Inhalt zu nennen, oft mit einem zweiten Satz in Grau dahinter.
  • Versprechen ohne Begründung: „garantiert“ oder „rechtssicher“, ohne dass dasteht, wodurch.
  • Lücken bei Fakten: Zahlen ohne Quelle und Abkürzungen, die nirgends erklärt werden.

Für Texte gibt es einen einfachen Test, den Portabilitätstest: Ersetzen Sie im ersten Absatz Ihren Firmennamen durch den eines Mitbewerbers. Passt der Absatz dann immer noch, sagt er nichts über Ihren Betrieb. Solche Sätze können Sie streichen oder durch etwas ersetzen, das nur auf Sie zutrifft, etwa eine Zahl aus Ihrem Betrieb oder einen Ablauf, den Sie anders machen als andere.

Woran erkennt man den KI-Look in der Technik?

Daran, dass eine Seite viel Code für Effekte lädt und ohne diesen Code nicht vollständig ist. Prüfen Sie diese Punkte:

  • Viel JavaScript für Bewegung: Bibliotheken für Animationen oder 3D-Szenen, die geladen werden, bevor der Besucher den ersten Satz liest.
  • Leere Flächen ohne JavaScript: Schaltet man JavaScript ab, fehlen Texte oder ganze Abschnitte. Programme, die Websites auslesen, führen nicht immer JavaScript aus und sehen diese Inhalte dann womöglich nicht.
  • Viele Schriftdateien: mehrere Schriftfamilien in vielen Schnitten, obwohl eine oder zwei reichen würden.
  • Lange Übergänge: Animationen, die deutlich länger als 300 Millisekunden dauern, oder Abschnitte, die beim Scrollen über mehrere Bildschirmhöhen stehen bleiben, während sich darin etwas bewegt.

Was zeigt eine Analyse von Website-Entwürfen?

Meist, dass das Generische im Aufbau steckt und weniger in einzelnen Effekten. Wenn wir Entwürfe prüfen, schauen wir sie auf Desktop und Handy an, jeweils mit und ohne JavaScript, und gleichen Texte und Zahlen mit den Unterlagen des Betriebs ab.

Typisch ist, dass fast jeder Abschnitt gleich gebaut ist: oben eine Linie, links die Überschrift, rechts ein Absatz, dazwischen immer derselbe Abstand. Oft folgen lange Strecken aus gleichen Kacheln, und im Kopfbereich steht eine Leiste mit Kennzahlen, aber kein Satz dazu, was der Betrieb macht und für wen.

Die Technik passt häufig dazu: viel JavaScript für Bewegungseffekte, Inhalte, die ohne JavaScript fehlen, und Produktbilder, die mit KI erzeugt sind. Im Text fallen Etiketten über jedem Abschnitt, Gedankenstriche und Abkürzungen ohne Erklärung auf. Effekte zu entfernen reicht deshalb nicht. Behalten sollte man die Elemente mit einer echten Aufgabe, zum Beispiel einen Rechner, der auf Eingaben reagiert, und jedem Abschnitt die Form geben, die zu seinem Inhalt passt.

Wie vermeiden Sie den KI-Look auf Ihrer Website?

Mit Bausteinen, die nur zu Ihrem Betrieb passen. Für jedes Muster gibt es einen Ersatz:

MusterStattdessen
Kopfbereich aus Etikett, Überschrift und zwei ButtonsEin Satz dazu, was Sie tun und für wen, ein gefüllter Button und ein echtes Foto, auf dem Handy im ersten Bildschirm
Raster aus gleichen KachelnEine Form je Inhalt: Tabelle für Vergleiche, nummerierte Liste für Schritte, Zeitstrahl für Abläufe
Verläufe, Glas, LeuchtenDeckende Flächen und eine Akzentfarbe mit fester Bedeutung
Einblendung jedes AbschnittsBewegung nur, wenn sie etwas erklärt, kürzer als 300 Millisekunden
Stockfotos und KI-Bilder vom ProduktFotos aus Ihrem Betrieb, KI-Bilder höchstens für Stimmung und gekennzeichnet
Floskeln und VersprechenKonkrete Angaben mit Quelle, beschriebene Abläufe statt Adjektiven
Deko-ElementeWerkzeuge mit Aufgabe, etwa ein Preisrechner oder eine Terminwahl
Inhalt erst per JavaScriptText im HTML, Effekte erst nach dem Laden

Ein Werkzeug mit echter Aufgabe, etwa ein Rechner, der auf Eingaben reagiert, sagt oft mehr über einen Betrieb als jeder Effekt. Solche Web-Apps bauen wir auch für Agenturen, die sie unter eigenem Namen an ihre Kunden liefern: White-Label-Software für Agenturen.

Wie prüfen Sie eine Website selbst?

Mit Handy und Browser, ohne zusätzliche Programme:

  1. Öffnen Sie die Startseite auf dem Handy. Steht im ersten Bildschirm, was der Betrieb macht und für wen? Gibt es einen klaren nächsten Schritt?
  2. Machen Sie den Portabilitätstest mit dem ersten Absatz und mit den Überschriften.
  3. Kopieren Sie einen langen Gedankenstrich aus dem Text und suchen Sie mit Strg+F, am Mac mit Cmd+F, danach. Der Browser zeigt die Zahl der Treffer. Suchen Sie auf dieselbe Weise nach den Floskeln.
  4. Schalten Sie JavaScript in den Einstellungen des Browsers für die Seite aus und laden Sie sie neu. Fehlen danach Texte, hängen sie an Skripten.
  5. Scrollen Sie langsam durch die Seite und achten Sie darauf, ob jeder Abschnitt mit einer Animation erscheint.
  6. Prüfen Sie die Fotos mit einer Bilder-Rückwärtssuche. Taucht ein Bild auf vielen fremden Seiten auf, stammt es wahrscheinlich aus einer Bilddatenbank.
  7. Lassen Sie Lighthouse in den Entwicklerwerkzeugen von Chrome laufen. Der Bericht zeigt unter anderem, wie schnell der größte Inhalt erscheint und wie viel Code geladen wird.

Checkliste: Website ohne KI-Look

Die Punkte eignen sich für den Auftrag und für die Abnahme:

  • Der erste Bildschirm sagt auf Handy und Laptop, was Sie tun und für wen, und bietet einen klaren nächsten Schritt.
  • Keine Farbverläufe, kein Glas, kein Leuchten, keine pulsierenden Punkte.
  • Kein Kopfbereich aus Etikett, Überschrift und zwei Buttons, keine Kennzahlen ohne Quelle.
  • Abschnitte sehen je nach Inhalt unterschiedlich aus, es gibt keine Raster aus gleichen Kacheln.
  • Bewegung erklärt etwas und blendet nicht jeden Abschnitt ein.
  • Die Fotos stammen aus Ihrem Betrieb, KI-Bilder dienen höchstens der Stimmung und sind gekennzeichnet.
  • Im Text steht kein Gedankenstrich, Bereiche werden mit „bis“ angegeben.
  • Keine Floskeln, keine Dreierketten, keine Schlusspointen.
  • Jeder Satz besteht den Portabilitätstest.
  • Jede Zahl hat eine Quelle, jede Abkürzung wird beim ersten Vorkommen erklärt.
  • Überschriften nennen den Inhalt oder stellen eine echte Frage.
  • Die Seite ist ohne JavaScript lesbar.
  • JavaScript und Schriftdateien bleiben unter Obergrenzen, die Sie vorher festlegen.

Wie schreiben Sie das in einen Website-Auftrag?

Am besten als Teil der Abnahme. Geben Sie der Agentur die Checkliste mit und vereinbaren Sie, dass die Seite vor dem Start dagegen geprüft wird. Klären Sie früh, wer die Fotos liefert, und planen Sie einen Fototermin ein, wenn es keine eigenen Bilder gibt. Zahlen und Aussagen auf der Seite sollten Sie selbst freigeben.

Agenturen können die Muster zuerst in ihren eigenen Vorlagen suchen, weil alles, was dort steckt, auf jeder Kundenseite landet.

Wer seit Jahren auf die eigene Website schaut, sieht solche Muster oft nicht mehr, so wie ein Team die Umwege im eigenen Arbeitsalltag nicht mehr bemerkt. Ein Blick von außen hilft in beiden Fällen. Wie wir so an Projekte herangehen, beschreiben wir unter Wie wir arbeiten.

Häufige Fragen

Kann man nachweisen, dass eine Website mit KI erstellt wurde?

Nicht sicher. Die typischen Muster kommen auch auf Seiten vor, die ohne KI entstanden sind, und eine gut angeleitete KI kann sie vermeiden. Prüfen lässt sich, ob eine Seite austauschbar wirkt.

Ist eine Website, die mit KI gebaut wurde, automatisch schlecht?

Nein. KI kann beim Bau helfen, etwa beim Programmieren oder bei ersten Textentwürfen. Es kommt darauf an, dass Inhalte und Bilder am Ende zum Betrieb passen und ein Mensch jede Aussage geprüft hat.

Reicht es, Verläufe und Animationen zu entfernen?

Meist nicht. Wenn wir Entwürfe prüfen, steckt das Generische vor allem im Aufbau, in gleich gebauten Abschnitten und Rastern aus gleichen Kacheln. Erst wenn jeder Abschnitt die Form bekommt, die zu seinem Inhalt passt, wirkt die Seite eigen.

Wie verhindere ich den KI-Look, wenn ich eine Website beauftrage?

Nehmen Sie die Checkliste in den Auftrag auf und machen Sie sie zum Teil der Abnahme. Sorgen Sie außerdem für echte Fotos aus Ihrem Betrieb und verlangen Sie für jede Zahl auf der Seite eine Quelle.

Stand November 2026. Die Merkmale beschreiben Muster, die generisch wirken, und belegen keine KI-Herkunft. Die Beispiele sind verallgemeinert und beziehen sich auf keinen bestimmten Kunden.