Was kostet KI im Betrieb? Ein Rechenbeispiel aus einem Kundenprojekt
Die laufenden Kosten für KI sind in vielen Abläufen kleiner, als man erwartet: Im Online-Schaufenster eines Optikergeschäfts kostet die automatische Erfassung einer Brillenfassung mit Freistellen, Texterkennung und Beschreibung zusammen rund einen halben Cent. Der größere Posten ist die Einrichtung, nicht der laufende Betrieb.
Das Beispiel
Im Laden fotografiert die Optikerin eine neue Fassung zweimal mit dem Handy: von vorn und die Innenseite des Bügels. Danach laufen drei KI-Schritte, bevor sie die Fassung prüft und ins Schaufenster stellt:
| Schritt | Dienst | Kosten pro Fassung |
|---|---|---|
| Frontfoto freistellen | BiRefNet über Replicate | rund 0,35 Cent |
| Bügel lesen: Marke, Modell, Größe | Mistral Medium | rund 0,1 Cent |
| Kurzbeschreibung schreiben | Mistral Medium | rund 0,1 Cent |
| zusammen | rund 0,55 Cent |
Die Werte stammen aus unseren Tests mit 120 Fotos zum Freistellen und 54 Fotos zur Texterkennung. Die Kosten der Sprachmodelle haben wir nach dem Token-Verbrauch geschätzt.
Wie KI-Dienste abrechnen
- Nach Rechenzeit: Bildmodelle wie BiRefNet laufen bei Replicate auf gemieteten Grafikkarten, bezahlt wird pro Sekunde. Ein Foto braucht 2 bis 4 Sekunden.
- Nach Tokens: Sprachmodelle rechnen nach verarbeiteten Textbausteinen ab, getrennt nach Eingabe und Ausgabe. Ein Foto zählt bei Mistral Medium wie rund 1.800 Eingabe-Tokens.
- Guthaben im Voraus: Replicate verlangt aufgeladenes Guthaben, eine hinterlegte Karte allein reicht nicht. Mit weniger als 5 US-Dollar Guthaben werden Aufträge auf 6 pro Minute gebremst.
- Keine Grundgebühr: Für Abläufe dieser Größe braucht es kein monatliches Abo.
Hochgerechnet
| Menge | KI-Kosten |
|---|---|
| 100 Fassungen | rund 55 Cent |
| 1.000 Fassungen | rund 5,50 Euro |
| 10.000 Fassungen | rund 55 Euro |
Selbst bei großen Mengen bleibt die KI ein kleiner Posten.
Wo die eigentlichen Kosten liegen
Der größere Teil steckt in der Einrichtung: den Ablauf so bauen, dass er zum Betrieb passt, die Ergebnisse prüfbar machen und das Team einweisen. Eine KI, die niemand nutzt, ist teurer als eine, die pro Aufruf etwas mehr kostet. Deshalb planen wir die Einführung von Anfang an mit, gemeinsam mit Psychologen, mit denen wir beim Change Management für neue Software zusammenarbeiten.
Warum unsere Kunden eigene Konten bekommen
Laufende Kosten für KI-Dienste rechnen wir nicht weiter. Unsere Kunden bekommen eigene Konten bei den Anbietern und zahlen direkt dort. Das hat drei Vorteile:
- Volle Transparenz: Jeder Aufruf steht in der Abrechnung des Anbieters, ohne Aufschlag.
- Keine Abhängigkeit: Die Schlüssel liegen im System des Kunden, nicht bei uns. Endet die Zusammenarbeit, läuft alles weiter.
- Kein Verwaltungsaufwand: Niemand schreibt Rechnungen über Cent-Beträge.
Die Konten richten wir gemeinsam ein. Die Zugangsschlüssel trägt der Kunde selbst in sein System ein, sie gehen nie per Mail oder Chat.
Kostenfallen vermeiden
- Limits setzen: ein Monatslimit beim Anbieter und aufgeladenes Guthaben statt offener Abbuchung.
- Das passende Modell wählen: In unserem Test zur Texterkennung war das mittlere Modell besser und günstiger als das große.
- Nur nötige Aufrufe: Bilder vorher verkleinern und Ergebnisse speichern, statt sie neu zu berechnen.
- Abos prüfen: Viele fertige Werkzeuge rechnen pro Monat oder pro Nutzer ab. Bei kleinen Mengen ist die Abrechnung nach Verbrauch oft günstiger.
So schätzen Sie Ihre eigenen Kosten
- Zählen, wie oft der Vorgang im Monat vorkommt.
- Für jeden Vorgang die Schritte aufschreiben: Bild, Text oder beides.
- Einen Testlauf mit 20 bis 50 echten Beispielen machen und die tatsächlichen Kosten aus der Abrechnung ablesen.
- Hochrechnen und ein Limit mit Puffer setzen.
Einen ersten Überblick, wo KI in Ihrem Betrieb Arbeit abnimmt, gibt der KI-Potenzial-Rechner.
Häufige Fragen
Was kostet eine KI-Anfrage?
Brauche ich ein KI-Abo?
Wer zahlt die laufenden KI-Kosten?
Wie verhindere ich Kostenüberraschungen?
Stand November 2026. Kosten aus unseren Tests vom 2. November 2026, die Kosten der Sprachmodelle geschätzt nach Token-Verbrauch. Die Anbieter rechnen in US-Dollar ab, alle Beträge sind gerundet. Preise können sich ändern.